Losung des Tages – 26.11.2014

HERR, hab ich Gnade vor dir gefunden, so mach mir doch ein Zeichen, dass du es bist, der mit mir redet.
Richter 6,17

Jesus spricht: Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!
Johannes 20,29

Bestimmt denken wir, dass es die Jünger, die damals mit dem Herrn Jesus Christus im Lande umherzogen, viel leichter mit dem Glauben gehabt haben, als wir heute. Schließlich waren sie ja direkt dabei, nahe dran, als Jesus Kranke heilte, Blinden die Augen öffnete, Lahmen zum Gehen verhalf, Brot vermehrte, über das Wasser ging und selbst Tote aufweckte. Sollte es da nicht „leichter“ sein zu vertrauen – zu glauben?!? Die ganze Zeit waren die Jünger dabei, als Jesus predigte und lehrte. Hautnah dran. Sie konnten Ihm alle ihre Fragen stellen und ihre Zweifel bringen. War das nicht ausreichend, um im Vertrauen Ihm gegenüber fest zu werden?!? Und als es ernst wurde, verließen Ihn alle Zwölf, die so lange mit Jesus unterwegs waren – die Ihn gehört, gesehen und gefühlt hatten. Als es hart auf hart kam, da verleugneten sie Ihn und schworen, dass sie Ihn nicht kennen würden. Und daher braucht es wohl insgesamt mehr als „nur“ ein Schauen – es braucht unseren ganzen Willen und unsere ganze Hingabe an Ihn; Ihm unser ganzes Leben anzuvertrauen. Der „ungläubige“ Thomas, der nach Jesu Auferstehung beim ersten Mal, wo Jesus den Jüngern erschien, nicht dabei gewesen war und nur vom Erzählen der anderen Jünger von Jesu Erscheinen gehört hatte, konnte nun, nachdem er Jesu Nägelmale und die Wunde in Seiner rechte Seite gesehen und betastet hatte, „endlich“ glauben. Jesus begegnete Thomas gerade so, wie Thomas es in diesem Moment brauchte, um nicht mehr zu zweifeln und schließlich stammelnd auszurufen: „Mein Herr und mein Gott!“. Thomas war nun überzeugt. Auch unser Glaube läuft häufig auf wackeligen Beinen umher. Auch wir, die wir heute als Nachfolger Jesus unterwegs sind, haben den Herrn mit unseren Augen bislang noch nicht gesehen. Und Jesus kennt uns und weiß um unser Stolpern und kennt unsere Umwege, die wir in unserem Glaubensleben gemacht haben – dass wir eben keine Glaubenshelden sind. Doch die Liebe Gottes, die durch Jesus Christus in unsere Herzen ausgegossen ist und die wir spüren können, lässt unser Herz bereits jetzt schauen, worauf unsere Auge noch warten. Selig sind wir, die wir, nicht sehend, glauben.

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