Losung des Tages – 16.11.2014

Hiob sprach zu Gott: Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen. Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße in Staub und Asche.
Hiob 42,5-6

Seine Knechte werden ihm dienen und sein Angesicht sehen, und sein Name wird an ihren Stirnen sein.
Offenbarung 22,3-4

Darüber lohnt es sich vielleicht heute einmal nachzudenken: vielleicht sind wir bereits viele Jahre Christen, besuchen regelmäßig Gottesdienste, Bibel- und Hauskreise, kennen uns in Gottes Wort gut aus und meinen vielleicht auch manches Mal zu wissen, wie Gott sich in unserem Leben und dem der anderen Menschen verhält oder verhalten müsste. Ja, wir haben viel Wissen von Gott im Laufe unseres Glaubenslebens angesammelt. Unser Verstand zitiert Bibelverse und rekapituliert Jesu Gleichnisse und viele Geschichten aus dem Alten Testament. Glaube ist vielleicht schon ein wenig zur Alltäglichkeit geworden. Und vielleicht fehlt uns bisher noch die Erfahrung, Gott persönlich in unserem Leben begegnet zu sein. So auch bei Hiob: Gott hatte sich in Seiner zweiten Rede aus dem Wettersturm unmittelbar an Hiob gewandt. Und Hiob machte eine neue Erfahrung, die über seine frühere Erkenntnis hinausging – „nun hat mein Auge Dich gesehen“. Dieser geistige Blick auf Gott, diese neue Gotteserkenntnis war mit Hiobs früheren, von Unwissenheit geprägten Vorstellungen über Gott, nicht zu vergleichen. Durch die persönliche Begegnung mit Gott wuchs sicherlich Hiobs Ehrfurcht vor Ihm. Und weiter: diese Erkenntnis vom Wesen Gottes, von Seiner Größe, Herrschaft, Schöpferkraft, Fürsorge und Liebe bewegt Hiob zur Erkenntnis seiner eigenen Unwürdigkeit und führt ihn zum Schuldbekenntnis und zur Buße („in Staub und Asche“). Gott möchte auch uns, die wir vielleicht unser Glaubensleben in Schubladen unserer Glaubenskommode abgelegt und einsortiert haben, neu begegnen. Er möchte uns neu mit Erfahrungen Seiner Nähe beschenken, um Ihn immer wieder neu kennenzulernen. Auch wenn wir Gottes Handeln mit uns und der Welt nicht immer verstehen, so dürfen wir doch darauf vertrauen, dass Er treu zu uns steht. Darum wollen wir Gott immer wieder zu neuen Begegnungen in unser Leben einladen, offen für Sein wunderbares Handeln sein und Ihn nicht mit unserem zu kurz greifenden Denken auf unseren Verstand reduzieren.

About the Author Gerd

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