Losung des Tages – 16.10.2014

Wer den Harnisch anlegt, soll sich nicht rühmen wie der, der ihn abgelegt hat.
1.Könige 20,11

Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth: Ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und mit großem Zittern; und mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft.
1.Korinther 2,3-4

In unserer heutigen Gesellschaft wird mit harten Bandagen gekämpft. Wer es zu etwas bringen will – die Karriereleiter hinauf klettern möchte – der muss Ellbogeneinsatz, Stärke, Härte und Durchsetzungsvermögen zeigen. Mit seinen starken Seiten trumpfen und überzeugen und bloß keine Schwächen zeigen. Schwächen zu zeigen oder diese gar einzugestehen macht angreif- und verletzbar. Ganz im Gegensatz dazu, hören wir im Brief des Paulus an die Korinther etwas ganz anderes: Paulus gibt ganz offen und ehrlich zu, wie er sich gefühlt hat, als er in der Gemeinde von Korinth das Evangelium gepredigt hat. Nicht in eigener Stärke und Kraft, sondern in Schwachheit und Angst – angreifbar und nicht sehr selbstsicher – ist er aufgetreten. Paulus möchte durch das Eingeständnis seiner persönlichen Schwachheit deutlich machen, dass das Wort Gottes nicht aufgrund seiner eigenen Weisheit und durch sein Können vermittelt wurde, sondern er rühmt sich Dessen, Der durch ihn – Paulus – hier wirken konnte, nämlich Gott selbst. Paulus schämt sich seiner Schwachheit nicht – ganz im Gegenteil: „Und Er hat zu mir gesagt: Lass dir an Meiner Gnade genügen; denn Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne (2. Korinther 12, 9).“ Ja, die Schwachheit, die Paulus hier selbst eingesteht, wird insofern zur Stärke, da nun Gott durch Ihn handeln und wirken kann. Menschliche Überredungskunst, Beweiskraft, Erklärungen und eigener Verstand sind für den großen Auftrag Gottes zur Rettung der Menschen viel zu gering. Dies alles muss in der Kraft Gottes und Seines Heiligen Geistes geschehen, um den nötigen Erfolg zu erzielen – nämlich die persönliche Erkenntnis des ewigen Verlorenseins ohne die erlösende Rettung durch Jesus Christus. Evangelikale Verkündigung basierend auf menschlicher Redegewalt, Redegewandtheit und Überzeugung kann leicht durch noch geschicktere und rhetorisch brillantere Menschen wegargumentiert werden. Durch den Heiligen Geist geleitete und offenbarte Wahrheit des Wortes Gottes kann durch einfaches und stilles Reden wahre Wunder vollbringen. Der Herr möge uns hierin Seinen Segen schenken.

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