Bin ich gut? – 27.10.2014

Guter Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut, außer Gott, dem Einen.
Matthäus 18, 18f.

Manche Kinder versuchen die Liebe und Aufmerksamkeit ihrer Eltern zu gewinnen, indem sie ganz lieb und artig sind. Das ist natürlich für die Eltern sehr angenehm, aber es verstärkt nicht die Liebe zum Kind. Man hat das Kind lieb, ob es sich gut oder schlecht benimmt.
Manche Erwachsene versuchen es mit Gott genau so. Sie leben sehr, sehr rechtschaffen und sündigen eigentlich nicht. Nun müßte Gott doch zufrieden mit ihnen sein! Sie vergleichen sich mit anderen Menschen und stellen fest, daß sie recht gut abschneiden. So einen feinen Menschen wie sie, das gibt es selten! Sie bemühen sich um Gottes Gunst, indem sie brav zur Kirche gehen und an allem teilnehmen. Und doch ist Jesu Urteil: Niemand ist gut, außer Gott.
Ein junger Mann, der sehr reich war, kam zu Jesus und hatte dieses Problem: Er meinte, er hätte alle Gebote gehalten, wäre also ein guter Mensch. Und doch merkte er, es fehlt ihm etwas. So fragt er Jesus, was er denn noch machen sollte. Jesus gibt ihm die Antwort, daß niemand gut ist außer Gott. Das hat dem Mann sehr zu schaffen gemacht.
Jesus möchte, daß wir uns auf Seine Gnade verlassen. Es ist eine unverdiente Zuwendung Gottes an uns, daß wir gerettet sind und das ewige Leben haben. Wie sollte man sich das auch verdienen? Und doch versuchen wir Menschen, uns wenigstens einen kleinen Teil der Eintrittskarte für den Himmel zu erarbeiten. Jesus fragt uns: Worauf verlassen wir uns, worauf vertrauen wir? Auf unsere „Gutheit“ oder auf Seine Gnade? Solange wir versuchen, uns den Himmel zu erarbeiten, kann ER uns Seine Gnade nicht geben.
Es ist sehr befreiend, wenn wir von dieser „Selbstgerechtigkeit“ loskommen und uns wirklich auf Seine Gnade verlassen. ER hat uns ja lieb und den Weg zum himmlischen Vater freigemacht! Nun bin ich gerettet, selbst wenn ich wieder einen Fehler machen sollte! Ich bin Kind Gottes, auch wenn ich nicht perfekt bin!

Danke, Jesus, Du deckst meine Schuld unter Deine Liebe, wie unter einem Mantel. Du vergibst und vergißt. Du rechnest nicht meine Schuld gegen meine Gutheit auf. Du bist ein gerechter Richter, der keine Schuld mehr an mir findet, weil er sie selber am Kreuz getragen hat. Und ich habe das alles nicht verdient, sondern es ist Deine grenzenlose Liebe zu mir. Nun kann ich frei und fröhlich sein; ich brauche nichts mehr abarbeiten und mich krampfhaft anstrengen, bloß keine Fehler mehr zu machen. Du bist bei mir und hilfst mir, selbst wenn ich Fehler mache.

Bibellese heute: Psalm 14, 1 – 7 und Matthäus 18, 9 – 27

Anmerkung: Jesu Demut und Liebe zu den Menschen geht so weit, daß ER sich mit ihnen auf eine Stufe stellt. Obwohl ER wirklich nicht eine einzige Sünde beging, will ER nicht „gut“ genannt werden und zeigt nur auf Seinen himmlischen Vater. Auch bei der Taufe durch Johannes stellt sich Jesus auf die Seite der sündigen Menschen und läßt sich taufen. ER ist durch und durch, ganz und gar Mensch. Darum kann ER uns verstehen und erlösen.

      

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